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FUNKTIONALE MODE UND DESSOUS

Author: Lifestyle-Fashion
03.10.2007

body-look-dessous-mode.jpgBODY LOOK
Internationale Fachmesse für Body-, Beach- und Legwear, Stoffe und Zubehör

(22. bis 24. Juli 2007)

Der Schlüssel zum Erfolg: Produkte leben und erlebbar machen

Über 120 Teilnehmer fanden sich am Vortag der Fachmesse Body Look (22. bis 24. Juli 2007) zum 13. Innovationsforum ein, das dieses Mal die Facetten von „Mode und Wäsche im Spannungsfeld von Schönheit und Funktion“ beleuchtete. Damit griff die Igedo Company, Veranstalter des Innovationsforums und der Body Look ein Thema auf, das bei richtiger Umsetzung für Handel und Hersteller viele Potenziale in sich birgt. Dazu Frank Hartmann, Geschäftsführer der Igedo Company, in seiner Begrüßung: „Hightech eröffnet der Body- und Beachwearbranche neue Horizonte, neue Märkte, neue Nischen.“


Deutschlands einzige derartige Branchenplattform wurde von Sabine Schommer, Projektleiterin der Body Look, moderiert.

Wie viel Mehrumsatz mit Mode plus Funktion zu erwirtschaften wäre, veranschaulichte Hermann Fuchslocher von der HFU Hermann Fuchslocher Unternehmensberatung anhand prägnanter Zahlen: „Ein Ergebnis der mehr als 500 von uns geführten Experteninterviews ist, dass der Dessous- und Bademodenmarkt nach Verkaufspreisen zwischen 100 bis 150 Millionen Euro mehr Umsatz erwirtschaften könnte. Voraussetzung: eine intensivere Auseinandersetzung mit den Themen Wellness, Pflege, Fitness und Gesundheit.“ Dass das A & O für den Erfolg mit funktioneller Wäsche, Dessous und Bademoden die Kompetenz ist, belegten die Zahlen des Unternehmensberaters ebenfalls. „Es geht darum, eine über das Produkt hinausgehende Basiskompetenz zu erlangen. Sie ergibt sich aus der Glaubwürdigkeit von Preis, Leistung und Image.“ Eine besondere Bedeutung im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit kommt einer zielgruppen-, funktions- und identifikationsgerechten Werbung zu. Der Experte sieht das Personal Selling als „das Konzept der Zukunft überhaupt“ und als wichtige Chance für den Fachhandel.

Interviews ergaben, dass in mittleren bis gehobenen Preislagen der Kommunikator/Verkäufer zu über 80 Prozent im Mittelpunkt steht. Damit dieser dem Kunden den Mehrwert funktioneller Produkte plausibel vermitteln kann, muss das Verkaufspersonal über entsprechende Informationen verfügen. „Hinter neuen Marktpotenzialen muss immer auch Kompetenz stehen. Das Produkt muss gelebt und erlebbar gemacht werden“, so Fuchslocher.

Aus einer vollständig anderen Perspektive beleuchtete Prof. Dr. Marie-Louise Klotz, Dekanin des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik an der Hochschule Niederrhein, Mönchengladbach, das Thema. Anschaulich stellte sie die Unterschiede zwischen Naturfasern, synthetischen und zellulosischen Chemiefasern dar und wies auf die Vorteile des Einsatzes von Hightech-Fasern für den Konsumenten hin. „Naturprodukte spielen immer noch eine Rolle, vor allem in Mischungen mit Chemiefasern, die für den Mehrwert sorgen.“ Zu diesen „added values“ gehören beispielsweise der Schutz vor Bakterienwachstum ohne chemische Zusätze, Formstabilität, Leichtigkeit, Schutz vor Elektrosmog, Feuchtigkeitstransport und Temperaturregulierung. Doch damit sind die Forschungslabore noch längst nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt. Daher ist sich Prof. Dr. Klotz sicher: „Wir können uns auf die Entwicklungen von morgen freuen.“

Hanno Irle hat als Physiotherapeut Tag für Tag mit den Folgen schlechter oder nicht vorhandener Funktions- und Sportwäsche zu tun. „Vor allem Freizeitsportler geben immer noch mehr Geld für die Hardware aus als für die Software, also Bekleidung.“ Der Betreuer der FIFA-Weltmeisterschaft 2006 veranschaulichte, welche große Wirkung scheinbar kleine schnitttechnische Details haben können: „Nähte im Achselbereich führen zu Reizungen, der Bewegungsablauf wird unrhythmisch, Verkrampfungen sind die Folge. Werden normale BHs beim Sport getragen, können die schmalen Träger zu Verspannungen im Nacken oder Kopfschmerzen führen.“ Schmerzen, die vermeidbar wären, würden die Freizeitsportler zu Shirts mit geklebten Nähten oder Sport-BHs mit breiten Trägern greifen, die der Markt seit langem zu bieten hat. Hier sieht Hanno Irle noch reichlich Aufklärungsbedarf und weist darauf hin: „Richtige Bekleidung kann den Erfolg, aber auch den Misserfolg sportlicher Aktivität ausmachen.“

Einen abschließenden Blick auf den gegenwärtigen Modemarkt warf Sylvie Nützel-Lange, Marketing & Fashion Consulting Invista Deutschland GmbH, Hattersheim. Dabei ging sie auf wesentliche Themen wie Handelskonzentration, Vertikalisierung, E-Commerce, Klima- und Umweltveränderungen, verlängerte Lebensdauer von Produkten ebenso ein wie auf den Modewandel, den Abschied von Dress-Codes, demografische Fakten, Figurveränderung und Lifestyle.

Wie bereits einige Redner vor ihr, wies Sylvie Nützel-Lange auf die Bedeutung der gut betuchten und anspruchsvollen 50-Plus-Generation hin. Im Jahr 2010 wird in jeder dritte Deutsche im über 60 Jahre alt sein. Ihre Prognose für die Zukunft: „Es findet ein Wandel vom Wohlstandskonsum zum Konsum mit Sinn statt. Äußerliche Werte treten in den Hintergrund, innere Werte gewinnen an Bedeutung. Innere Ausgeglichenheit und Lebensqualität ersetzen äußeren Schein und Materialismus.“ Das bedeutet für den modischen Bereich: Haptik ist genauso wichtig wie Optik, Wohlbefinden wichtiger als der Modetrend, Stoffe mit IQ überflügeln die Silhouette. Body Shaping, Klima- und Körperschutz, intelligente Basics, Body- & Emotional Care sowie technologische Textilien stellen für Sylvie Nützel-Lange mögliche funktionelle Mehrwerte dar, die den veränderten Anforderungen der Verbraucher gerecht werden. Ihr Tipp für Handel und Industrie: „Vollziehen Sie den Wandel vom Konsum- zum Care-Marketing. Antizipieren Sie die Wünsche der Verbraucher früher, bieten Sie spürbaren Mehrwert an und vermarkten Sie diesen deutlicher.“

Die anschließende Podiumsdiskussion, an der neben den Referenten Oliver-Daniel Bogatu, Cognis, Günther Dix, Messebeirat Body Look, Barbara Fendt, Outlast Europe, Elke Giese, DMI, Norbert Klose, Medima, sowie Maryan Mehlhorn, Maryan Beachwear Group, teilnahmen, bot anschließend die Gelegenheit, vielen interessante Ansätze und Fragen zu vertiefen. Dabei kristallisierten sich als Resümee folgende Punkte heraus: die enge Verbindung von Mode und Funktion, die Notwendigkeit kompetenten Verkaufspersonals sowie die Bedeutung einer professionellen und gezielten Präsentation am POS.

Düsseldorf, 22. Juli 2007
© IGEDO Company GmbH & Co. & Rene Tillmann


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